Bürgerinitiative – Grundschule Judenbach

Wer wir sind

Der Dorfleben Judenbach e.V. ist der Dorfverein von Judenbach und seinen Ortsteilen Neuenbau, Mönchsberg, Jagdshof und Heinersdorf. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der sich dem Erhalt und der Weiterentwicklung des dörflichen Lebens verschrieben hat – für Kinder, Familien, Senioren und alle, die hier zu Hause sind oder es werden wollen.
Unser Anspruch ist einfach: Ein Dorf lebt durch seine Menschen. Und Menschen bleiben, wo es sich zu leben lohnt.

Was wir tun

Außerschulische Angebote für Kinder

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit liegt auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen. In enger Zusammenarbeit mit der Grundschule „Dr. Martin Luther“ bieten wir regelmäßige außerschulische Aktivitäten an.

Unser bekanntestes Angebot ist die Kindertanz-AG: Die Tanzlehrerin holt die Kinder direkt von der Schule ab – mehr als 20 Kinder verbringen so wöchentlich einen lebhaften, freudvollen Nachmittag miteinander. Die Tanzgruppe ist fester Bestandteil von vier kulturellen Veranstaltungen im Jahr und begeistert Publikum weit über Judenbach hinaus.

„Wenn ich sehe, wie die Kinder nach der Schule zusammenkommen, tanzen, lachen und gemeinsam auftreten – dann ist das für mich das Bild eines lebendigen Dorfes. Genau das wollen wir erhalten."

Kulturleben und Gemeinschaft

Wir organisieren Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Ob Dorffeste, Aufführungen oder gemeinsame Aktionen – der Dorfverein ist der Ort, wo Judenbach zusammenkommt.

Zusammenarbeit mit anderen Vereinen

Judenbach ist reich an Vereinsleben. Wir arbeiten eng mit dem SV Germania Judenbach e.V. und dem VfR Jagdshof e.V. zusammen, die ebenfalls Ballschule und Kindertraining für die Schulkinder anbieten. Ein starkes Netz für den Nachwuchs – das funktioniert nur, solange es die Schule gibt, die dieses Netz zusammenhält.

Unser Kindergarten „Zum kleinen Glück"

Direkt neben der Grundschule liegt der Kindergarten „Zum kleinen Glück“. Die enge Kooperation zwischen Kindergarten und Schule ist kein Zufall: Schnupperunterricht, gemeinsame Feste und Aktivitäten sorgen dafür, dass der Übergang vom Kindergarten in die Schule für die Kinder fließend und herzlich ist. Diese gewachsene Struktur ist wertvoll – und schutzbedürftig.

Warum wir kämpfen: Die Bürgerinitiative Grundschule Judenbach

Unser Vereinsvorstand Jens Kaufmann ist zugleich Initiator und Vorsitzender der Bürgerinitiative Grundschule Judenbach – und das aus tiefer Überzeugung: Ein Dorfverein, der das Dorfleben fördern will, kann nicht tatenlos zusehen, wenn das Herzstück des Dorfes gefährdet ist.

Die Grundschule „Dr. Martin Luther“ besteht seit über 430 Jahren. Das älteste Dokument, das einen Schulmeister in Judenbach nennt, stammt vom 28. Juli 1594. Das heutige Gebäude wurde am 2. Dezember 1900 eingeweiht – errichtet auf Druck der Gemeinde, die auf eigene Kosten auf einem massiven, dauerhaften Bau bestand. Für ihre Kinder. Für die Zukunft.

„Eine Schulschließung ist keine isolierte Verwaltungsentscheidung. Sie ist der erste Dominostein in einer Entwicklung, die sich in hunderten Dörfern in Deutschland bereits vollzogen hat – und die sich nicht rückgängig machen lässt."

Was steht auf dem Spiel?

Heute besuchen 71 Kinder die Grundschule. Für das Schuljahr 2026/2027 wurden 15 Erstklässler angemeldet – mehr als ursprünglich prognostiziert. Der Schulnetzplan selbst sagt für 2027 sogar 20 Schulanfänger voraus. Dennoch enthielt der ursprüngliche Schulnetzplan 2026–2031 einen automatischen Schließungsmechanismus: Wäre in einem einzigen Jahr die Mindestschülerzahl nicht erreicht worden, hätte die Schule ohne erneute Abstimmung im Kreistag und ohne Bürgerbeteiligung schrittweise auslaufen sollen. Die Bürgerinitiative hat diesen Mechanismus öffentlich gemacht, analysiert und dagegen mobilisiert – mit Sachargumenten, mit Bürgerinformationen, mit dem Schreiben an alle Kreistagsfraktionen und den Landrat. Mit Erfolg: Im überarbeiteten Schulnetzplan vom 27. Mai 2026 wurde der automatische Schließungsmechanismus gestrichen. Stattdessen ist nun ausdrücklich festgeschrieben, dass vor einer Schließung zunächst Ausnahmegenehmigungen beim Freistaat beantragt werden müssen.

„Wir erheben nicht nur Einwände. Wir bringen Lösungen mit. Das Thüringer Schulgesetz kennt Instrumente, die bei der Erstellung des Schulnetzplans nicht ernsthaft geprüft wurden – und wir haben sie beim Namen genannt.

Unsere Überzeugung

Judenbach hat bewiesen, dass bürgerschaftliches Engagement wirkt. Die Überarbeitung des Schulnetzplans ist das Ergebnis von Menschen, die lesen, fragen, argumentieren – und nicht aufgeben.
Der Chronist, der 1900 die Einweihung des Schulgebäudes begleitete, schloss seine Aufzeichnungen mit Worten, die bis heute gelten:
„Möge der Bau, der hohe und schwere Opfer verlangte, die ersehnten Früchte hundertfältig tragen, zum Wohl des Einzelnen, zum Segen der Gesamtheit!“
126 Jahre später steht diese Schule noch. Wir sorgen dafür, dass das so bleibt.